Das hat er mit vorösterlicher Unschuldslamm-Miene gesagt, der Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt: Eine „Sach-, keine Personaldiskussion“ wünsche er sich zur Frage, ob die Stadt den Posten eines Zweiten Beigeordneten neu schaffen soll. Das ist natürlich ein bübischer Trick des Sozialdemokraten. Wenn sich der frisch wiedergewählte Stadt-Chef einen zusätzlichen Posten wünscht, wird er sich schon vorher Gedanken darüber machen, wen er an seiner Seite haben will. Wie politisch – also nur bedingt sachorientiert – solche Strukturentscheidungen sind, lehrt der Blick nach Werder. Dort hat die CDU im vergangenen Jahr die Abschaffung des zweiten Beigeordnetenposten zu Juli 2010 beschlossen. Den hat derzeit noch eine Sozialdemokratin inne. Aber auf die SPD muss die CDU seit der Kommunalwahl 2008 keine Rücksicht mehr nehmen. Zack ist das Pöstchen weg.
Thomas Schmidt argumentiert, Teltow (gut 21 000 Einwohner) brauche schon wegen seiner Größe und Bedeutung als Mittelzentrum einen zweiten kommunalen „Minister“. In Werder leben mehr als 23 000 Menschen, die Blütenstadt ist wie Teltow Mittelzentrum mit Versorgungsaufgaben für die umliegenden Gemeinden. Mit anderen Worten: Die Beigeordnetenfrage ist eine politische.




